Anlässlich der Auftaktveranstaltung der „Contracting-Offensive Baden-Württemberg“ am 17. Juli 2012 hat Umweltminister Franz Untersteller in Stuttgart auf die Bedeutung hingewiesen, die das sogenannte „Contracting“ für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende haben kann: „Maßgeschneiderte Contracting-Modelle leiten privates Fremdkapital und spezielles Fachwissen in die Realisierung von Projekten der erneuerbaren Energien, der energetischen Sanierung und der Energieeffizienz. Dies entlastet nicht nur den eigenen Geldbeutel ganz erheblich, sondern auch die begrenzten Zeit- und Personalressourcen.“ Dadurch könnten Kommunen, Betriebe und Unternehmen sowie Privathaushalte selbst größere Investitionen in den Klimaschutz stemmen.
„Die heute gestartete ‚Contracting-Offensive Baden-Württemberg‘ soll das Instrument des Contractings bekannter machen, aber auch gezielt die Beteiligten zusammenbringen um Erfahrungen zu bündeln, Hemmnisse abzubauen und Abläufe zu vereinfachen“, erklärte Franz Untersteller weiter. „Wir wollen letztlich hierdurch Angebot und Nachfrage zusammenführen, Werkzeuge und Musterlösungen entwickeln und somit dazu beitragen, einen wachsenden Markt für Contracting-Lösungen zu schaffen.“ Dem Ziel der Landesregierung, Baden-Württemberg zur führenden Energie- und Klimaschutzregion zu machen, komme man hiermit einen weiteren Schritt näher.
Das Einspar-Contracting bietet eine besonders effiziente und wirtschaftliche Möglichkeit, um signifikante Energieeinsparungen und Emissionsminderungen im Bestand öffentlicher Liegenschaften und Krankenhäuser zu erreichen, bei gleichzeitiger Übernahme der wirtschaftlichen und technischen Risiken durch den Auftragnehmer (Contractor). Die im Arbeitskreis Energiespar-Contracting organisierten Anbieter werden daher durch ihre Mitarbeit die „Contracting-Offensive Baden-Württemberg“ aktiv unterstützen. Damit soll ein weiterer Beitrag geleistet werden, um immer noch bestehende Hemmnisse für eine Beschleunigung der Marktentwicklung zu beseitigen (für Details siehe Positionspapier des Arbeitskreises).
Beim Einspar-Contracting realisiert ein spezialisiertes Energiedienstleistungsunternehmen (Contractor) in enger Partnerschaft mit dem Gebäudeeigentümer bzw. Gebäudebetreiber langfristige Projekte (meist 7–10 Jahre), um nachhaltige Energieeinsparungen zu erreichen. Der Contractor ist dabei für die Konzeption, Planung, Finanzierung, Umsetzung und den Erfolgsnachweis der umfangreichen Energieeinsparmaßnahmen verantwortlich. Die Refinanzierung aller Investitionen und Dienstleistungen erfolgt während der Vertragsdauer aus garantierten Energiekosteneinsparungen. Die Vorfinanzierung der Erstinvestitionen kann durch den Contractor erfolgen. Damit bietet das Einspar-Contracting gerade öffentlichen Einrichtungen und Unternehmen des Gesundheitssektors die Möglichkeit, trotz knapper Finanzmittel, in Energieeffizienzmaßnahmen zu investieren.
Ansprechpartner für Rückfragen:
Frank Stoppa, frank.stoppa@vfw.de, Tel.: 0511 36590-14
Informationen zum Arbeitskreis Energiespar-Contracting im VfW:
Der Arbeitskreis Energiespar-Contracting vereint auf der neutralen Plattform des VfW neun marktprägende Anbieter und weitere unterstützende Marktakteure im Bereich des Einspar-Contracting, auch Energiespar-Contracting oder Energieeinspar-Contracting genannt.
Über den VfW
Der VfW unterstützt bei Fragen rund um das Energiecontracting und bietet Grundlagenschulungen, Tagungen sowie Konferenzen für Contractoren und Gebäudeeigentümer an. Mitgliedsbetriebe des VfW erhalten nach Besuch der Grundlagenseminare die Auszeichnung „Qualifizierter Contractor“ und lassen sich danach regelmäßig nachschulen. Weitere Informationen zum Thema Energiedienstleistung sind unter www.energiecontracting.de und www.einsparcontracting.eu zu erhalten.